Standpunkte Grundbildung
Nachholbildungen gezielt fördern
Es wird erwartet, dass der Bundesrat in der Sommersession seinen Vorschlag zum Weiterbildungsgesetz dem Parlament übergibt. Für Travail.Suisse ist es unabdingbar, dass das Weiterbildungsgesetz in Zukunft einen Beitrag zur Nachholbildung von Personen leistet, insbesondere von Personen, die über keinen beruflichen Erstabschluss verfügen. Dazu schlägt Travail.Suisse eine Bestimmung vor, welche Bund und Kantone zusammen mit den Organisationen der Arbeitswelt zu Massnahmen verpflichtet, die erwerbstätige Personen ohne berufliche Grundbildung auf die anderen Qualifikationsverfahren (Nachholbildung) vorbereiten.
Bruno Weber-Gobet, Leiter Bildungspolitik, Travail.Suisse
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Attestlehre hat Praxistest bestanden
Eine erste Auswertung zeigt, dass sich die Attestlehre (EBA-Lehre) in der Praxis bewährt hat. Lernende, Lehrbetriebe und Berufsschullehrkräfte sind mit der Ausbildung zufrieden. Jeder fünfte Jugendliche tritt nach Lehrabschluss direkt in eine Lehre zum Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) ein. Diese Über-trittsquote sollte erhöht werden. Ebenso sollte die längerfristige Eingliederung in den Arbeitsmarkt sorgfältig beobachtet werden. Viele Betriebe wissen zu wenig über die neue Ausbildung und wie sie EBA-Lehrabgänger und –abgängerinnen einsetzen können. Hier besteht Handlungsbedarf bei den Bra-chenorganisationen.
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Mit einem Validierungsverfahren zu einem gleichwertigen Berufsabschluss
Erwachsene mit der erforderlichen Berufserfahrung können über ein Validie-rungsverfahren einen Berufsabschluss erlangen. Dieser Berufsabschluss besitzt den gleichen Wert wie ein Abschluss nach einer „ordentlichen“ Lehre. Aufgabe der zuständigen Organisationen der Arbeitwelt — d.h. der Berufsverbände und Branchenorganisationen — ist es, diese Gleichwertigkeit des Berufsabschlusses herzustellen. Sie bestimmen die Bildungsinhalte, stellen die Prüfungsexperten und nehmen Einsitz im Validierungsorgan. Damit sorgen die zuständigen Be-rufsverbände und Branchenorganisationen selbst für die inhaltliche Qualität ihrer Validierungsverfahren.
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Berufsmatura: Das heutige System hat sich bewährt, Optimierungen sind aber nötig
Die Berufsmatura (BM) ist eine Erfolgsgeschichte. Optimierungen sind aber notwendig, um leistungsstarke Jugendliche in Konkurrenz zum Gymnasium bei der Stange zu halten. Die Abschaffung der BM-Richtungen, wie sie vom BBT beabsichtigt wird, bringt unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen viel Unruhe, aber wenig Zusatznutzen. Vielmehr sollte das Gewicht auf einen leichten Ausbau der zur Verfügung stehenden Unterrichtszeit und auf die Möglichkeit einer lehrbegleitenden Berufsmatura für alle gelegt werden.
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